Inhalt:
- Was ist ein Intergrationskurs und wer darf und wer muss daran teilnehmen?
- Andere bundesweite staatliche Sprachkurse.
- Was tun, wenn Ihnen kein staatlicher Sprachkurs offensteht?
- Der Test „Leben in Deutschland“.
1. Was ist ein Intergrationskurs und wer darf und wer muss am daran teilnehmen?
Integrationskurse bestehen aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs, der Wissen über die deutsche Rechtsordnung, Geschichte und Kultur vermitteln soll. Zuständig für die Integrationskurse ist das BAMF. Durchgeführt werden die Integrationskurse von unterschiedlichen Trägern, die dafür Geld vom BAMF erhalten. Weitere Informationen zum Integrationskurs gibt es hier.
Das Bundesinnenministerium unter Minister Alexander Dobrindt (CSU) hat im Februar 2026 beschlossen: Kosten für den Integrationskurs werden nur noch für Menschen übernommenm, die zur Teilnahme verpflichtet sind.Dazu gehören Schutzsuchende, deren Asylantrag positiv beschieden wurde und Ausländer, die vom Jobcenter betreut werden. Das bedeutet, die Kosten für die Teilnahme werden für folgende Personengruppen nicht mehr übernommen: Asylsuchende im laufenden Asylverfahren, Geduldeten, sowie Migrantinnen und Migranten aus dem EU-Ausland. Auch Flüchtlinge aus der Ukraine, die nach dem 1. April 2025 eingereist sind, haben keinen Anspruch mehr auf kostenlose Teilnahme. Wenn man trotzdem teilnehmen möchte und es freie Plätze gibt, kann man teilnehmen, man muss den Kurs aber selbst bezahlen.
Informationen über die gesetzliche Grundlage für die kostenfreie Berechtigung oder Verpflichtung zur Teilnahme finden sich auf der Seite des Informationsverbund Asyl und Migration
→ Gesetzliche Grundlage für Teilnahme an Integrationskursen
Im Aufenthaltsgesetz gibt es auch eine Verpflichtung zur Teilnahme für Menschen, die keine Aufenthaltserlaubnis haben oder nicht beim Jobcenter angemeldet sind. Das ist möglicherweise dann der Fall, wenn Deutschkenntnisse für eine Tätigkeit noch erworben werden müssen oder ein "besonderer Integrationsbedarf" angenommen wird (§ 44a AufenthG). Grundsätzlich kann man bei der Agentur für Arbeit oder der Ausländerbehörde erfragen, ob eine Verpflichtung möglich ist. Die Teilnahme wäre dann kostenlos.
2. Andere bundesweite staatliche Sprachkurs-Angebote
Neben dem Integrationskurs gibt es weitere staatliche Sprachkursangebote – die “Berufsbezogenen Sprachkurse” (auch “Deutschsprachförderung gemäß „DeuFöV“ / § 45a AufenthG” genannt). Die Teilnahme an einem Integrationskurs ist Voraussetzung dafür.
Fast alle wichtigen Informationen zu den berufsbezogenen Sprachkursen finden sich auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, und zwar auch auf Englisch, Türkisch, Russisch, Polnisch, Rumänisch, Arabisch, Paschtu und Dari:
→ Mehrsprachige Informationen auf der Website des BMAS zu berufsbezogenen Deutschkursen
Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge informiert zum Thema berufsbezogene Deutschkurse, in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Türkisch.
→ Informationen des BAMF zur Berufsbezogenen Deutschsprachförderung (gem. § 45a AufenthG)
3. Was tun, wenn kein staatlicher Sprachkurs offensteht?
Viele Geflüchtete sind vom Integrationskurs und der berufsbezogenen Sprachförderung ausgeschlossen. Es gibt aber trotzdem vielerorts Möglichkeiten, einen (fast) kostenlosen Sprachkurs zu besuchen. Viele Städte und Gemeinden haben zusammen mit Trägervereinen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen Sprachkursangebote geschaffen, die vielerorts auch Menschen offen stehen, die keine Integrationskurse besuchen dürfen. In vielen Orten gibt es auch komplett von ehrenamtlichen Initiativen organisierte Sprachkurse. In der Regel kennen lokale Beratungsstellen oder Flüchtlingssozialarbeiter*innen diese Kurse. Fragen Sie dort nach. Manchmal finden diese Sprachkurse auch in den Unterkünften statt. Wir können Ihnen leider die Recherche vor Ort nicht ersparen bzw. nur einige exemplarische Zufallstreffer und Recherchetipps bieten:
Berlin: VHS Berlin, Netzwerk „Deutschkurse für alle“ | (PDF) | Frankfurt Main: teachers on the road | Freiburg: Bildung für Alle e.V. | Köln: Facebook-Gruppe „Sprachkurse zur Integration in Köln“ |
Sprachkurse der Volkshochschulen: Kurse gibt es oft auch in der örtlichen Volkshochschule. Fragen Sie dort nach! Vielleicht gibt es einen Sprachkurs, den auch Flüchtlinge ohne „gute Bleibeperspektive“ oder Menschen mit Duldung besuchen dürfen. Kurse in den Volkshochschulen sind nicht immer kostenlos, aber sehr günstig.
Sprachkursangebote an Universitäten: Wer ein Studium aufnehmen möchte, kann bei einer in der Nähe gelegenen Universitäten nach studienvorbereitenden Sprachkursen für Geflüchtete fragen. Diese Sprachkurse sind oft kostenlos oder günstig und sie stehen oft auch Personen offen, die keinen Zugang zum Integrationskurs haben, zum Beispiel Asylsuchenden ohne „gute Bleibeperspektive“ oder Geduldeten. Voraussetzung für die Teilnahme kann aber unter Umständen ein bestimmter Bildungsabschluss sein. Wir raten bei der Universität im „International Office“ nachzufragen. Manchmal finden sich dazu auch Informationen auf der Website der Universität.
Wartezeit mit Online-Kursen und Apps überbrücken: Es gibt sehr viele Online-Angebote und Apps, die beim Deutschlernen helfen können. Einen Sprachkurs können sie nicht ersetzen, aber sie sind eine gute Vorbereitung. Mehr dazu finden Sie hier:
→ Wisssen kompakt: Online-Hilfen zum Deutschlernen
4. Der Test „Leben in Deutschland“
Das Bestehen des Tests ist eine Möglichkeit, „Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland“ nachzuweisen. Dieser Nachweis (der auch auf anderem Wege erbracht werden kann, z.B. durch einen in Deutschland erworbenen Schulabschluss) ist eine der Voraussetzungen für eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25a oder § 25b Aufenthaltsgesetz, für eine Niederlassungserlaubnis und für die Einbürgerung. Für die Einbürgerung muss der Test mit mindestens 17 richtigen Antworten bestanden werden. Ansonsten reichen 15 richtige Antworten. Es ist auch möglich, den Test zu machen, ohne vorher am Orientierungskurs teilgenommen zu haben. Diese Möglichkeit ist vor allem für Menschen interessant, die nicht an einem Integrationskurse teilnehmen durften, aber den Nachweis der Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland für eine der oben genannten Zwecke brauchen. In diesen Fällen ist es sehr wichtig, vor dem Test zu lernen und sicherzustellen, dass man die richtigen Antworten weiß. Es gibt viele nützlichen Informationen und Lernhilfen im Internet, die man dazu nutzen kann.
Am Ende des Orientierungskurses wird der Test „Leben in Deutschland“ absolviert. Dabei werden 33 Fragen aus den Themenbereich Politik, Geschichte, Recht, Staat und Gesellschaft in Deutschland gestellt. 30 Fragen werden aus einem bundesweit einheitlich Katalog von 300 Fragen entnommen, die restlichen drei betreffen das Bundesland, in dem der Test abgelegt wird. Für jedes der 16 Bundesländer gibt es einen länderspezifischen Katalog von zehn Fragen, aus dem in jedem Test drei ausgewählt werden. Für jeden Frage gibt es vier Optionen, von denen eine richtig ist. Für die Beantwortung der Fragen hat man 60 Minuten. Der Test wird schriftlich absolviert.
Fragenkatalog online
Auf der Website des BAMF gibt es ein PDF-Dokument, in dem alle Fragen – sowohl die bundesweit einheitlichen als auch die länderspezifischen – enthalten sind (allerdings ohne Antworten). Die Fragen sind auf dem Stand vom Oktober 2022. Außerdem kann man auf der Website des BAMF die Fragen üben, in dem man Fragen und Antwortmöglichkeiten angezeigt bekommt, eine Antwort auswählen kann, und am Ende eine Auswertung der Ergebnisse bekommt. So kann man den Lernfortschritt kontrollieren und entscheiden, ob man schon bereit für den Test ist.
→ Vollständiger Fragenkatalog als PDF-Datei
Lernvideos
In der Videoreihe „Leben in Deutschland“ Vorbereitungskurs“ geht ein Deutschlehrer jede einzelne Frage durch und erklärt dabei, welche Antwort richtig ist und warum. Die Videos sind in deutscher Sprache, aber langsam und verständlich gesprochen.
Es gibt auch Videos, in denen Personen in anderen Sprachen die Fragen durchgehen und erklären. Auch wenn der Test selbst in deutscher Sprache absolviert wird, können diese Videos hilfreich sein, um die Fragen und Antworten zu verstehen. Auf jeden Fall sollte die Beantwortung der Fragen (zusätzlich) auch auf Deutsch geübt werden. Es gibt Lernvideos in folgenden Sprachen:
Apps fürs Smartphone
Man kann auch Apps benutzen, um auf dem Smartphone die Fragen zu üben. Es gibt verschiedene Apps, die von Privatpersonen entwickelt wurden und kostenfrei zur Verfügung stehen. Sie verwenden den offiziellen Fragenkatalog des BAMF.
→ App „Leben in Deutschland Test“ für Android im Google-Play-Store
→ App „Leben in Deutschland“ für Apple im App store

